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Projekt Musica non grata

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75 Jahre nach Kriegsende unterstützt die deutsche Botschaft in Prag seit Anfang 2020 das auf vier Jahre angelegte Projekt „Musica non grata“ der Oper des Nationaltheaters Prag und der Prager Staatsoper.

75 Jahre nach Kriegsende unterstützt die deutsche Botschaft in Prag seit Anfang 2020 das auf vier Jahre angelegte Projekt „Musica non grata“ der Oper des Nationaltheaters Prag und der Prager Staatsoper. In dem Zyklus soll an den drei historischen Prager Opernhäusern ein musikalisches Programm mit Bühnenproduktionen, und konzertanten Aufführungen, sowie weiteren Begleitveranstaltungen stattfinden. Dabei sollen vor allem Komponisten und Komponistinnen gewürdigt werden, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden und so nicht nur in ihrer künstlerischen Individualität und ihrem Schaffen beeinträchtigt waren, sondern ihr Leben an das totalitäre Regime verloren haben. 

Der erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher bei dem Eröffnungskonzert der Reihe Musica non grata am 30. August 2020 in der Prager Staatsoper.
Der erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher bei dem Eröffnungskonzert der Reihe Musica non grata am 30. August 2020 in der Prager Staatsoper.© Freie und Hansestadt Hamburg

Ziel des Projektes ist es, gemeinsam an das begangene Unrecht zu erinnern und zur Würdigung einer Kunst beitragen, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt auch die deutsch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit und betont wie schätzens- und schützenswert unser gemeinsames kulturelles Erbe in Europa ist.

Das Eröffnungskonzert der Reihe Musica non grata fand am 30. August 2020 in der Prager Staatsoper statt. Festredner waren der tschechische Kulturminister Lubomír Zaorálek, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr. Peter Tschentscher und der Geschäftsführer der Föderation der Jüdischen Gemeinden in Tschechien Dr. Tomáš Kraus.

Alle drei Redner erinnerten daran, was viele jüdische und auch nichtjüdische Künstler in den Dreißiger und Vierziger Jahren des 20. Jahrhundert erlitten haben. Minister Zaorálek bedankte sich bei der deutschen Seite für die Unterstützung des Projektes. Der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher begrüßte das Publikum auch im Namen des Bundesministers des Auswärtigen Heiko Maas und in seiner Rede würdigte er die deutsch-tschechische Partnerschaft in mehreren Bereichen: „Wir sind dankbar für die vielfältigen und engen Beziehungen, die heute wieder zwischen unseren Ländern bestehen. In allen Bereichen – wirtschaftlich, politisch und kulturell – sind wir in den vergangenen 30 Jahren zusammengewachsen.“ Der Geschäftsführer der Föderation der Jüdischen Gemeinden Dr. Tomáš Kraus erinnerte daran, dass der Nationalsozialismus in ganz Europa für Talente in allen Bereichen unwiederbringlichen Schaden bedeutete. Dies sollte erinnert und nie vergessen werden.

Eröffnungskonzert der Reihe Musica non grata am 30. August 2020 in der Prager Staatsoper.
Eröffnungskonzert der Reihe Musica non grata am 30. August 2020 in der Prager Staatsoper.© Freie und Hansestadt Hamburg

In Zusammenarbeit mit der Prager Staatsoper hat der Deutschlandfunk Kultur eine Aufnahme des Eröffnungskonzerts der Musica non grata-Reihe vorbereitet. Das Konzert können Sie unter diesem Link anhören.

Weitere Informationen zur Konzertreihe und Programm: https://www.musicanongrata.cz/de

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