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Wirtschaft

Aktuelle wirtschaftliche Lage

2018 konnte das Land sehr gute Wachstumsraten vorweisen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit war mit 2,4 Prozent so niedrig wie in keinem anderen EU-Land. Tschechien setzt seinen Kurs der Haushaltskonsolidierung weiter fort. 2017 betrug der Haushaltsüberschuss 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Außenwirtschaft

Das Außenhandelsvolumen steigt kontinuierlich an und übertrifft das Volumen des Bruttoinlandsprodukts um mehr als zwei Drittel. Das Land erzielt jedes Jahr hohe Exportüberschüsse von mehreren Milliarden Euro, mehr als 80 Prozent der Exporte gehen in die EU. Unter den Handelspartnern steht Deutschland weiterhin mit deutlichem Abstand an erster Stelle, Tschechien ist einer der wenigen Staaten, mit denen Deutschland einen negativen Handelssaldo hat. Der bilaterale Handel macht nahezu ein Drittel des tschechischen Außenhandels aus. 2017 stieg das Handelsvolumen gegenüber dem Vorjahr noch einmal auf einen neuen Rekordwert von rund 305 Milliarden Euro an.

Tschechien strebt eine stärkere geographische Diversifizierung seiner Exporte durch Zuwächse auch auf Märkten außerhalb der EU an (zum Beispiel China oder Indien) und hat mit China im letzten Jahr die Verbindungen leicht ausbauen können.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie (circa ein Drittel Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt) und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet.

Tschechien liegt noch vor Russland an 12. Stelle der deutschen Handelspartner.

Umwelt- und Energiepolitik

Energiefragen genießen in Tschechien besondere Aufmerksamkeit. Das Land setzt weiterhin auf die Kernenergie. Die Regierung hat im Juni 2015 den Nationalen Aktionsplan zur Entwicklung der Kernenergie verabschiedet. Er ergänzt das Mitte Mai 2015 verabschiedete staatliche Energiekonzept bis 2040, das mit einem Anteil der Atomkraft am Bruttostromverbrauch von bis zu 56% rechnet. Um dieses zu erreichen soll das Atomkraftwerk Dukovany um einen Block erweitert werden.

Tschechien hat den EU-CO2-Reduzierungszielen und dem 20 Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2020 zugestimmt. Der Anteil erneuerbarer Energien im tschechischen Stromnetz soll bis 2020 bei 14% liegen. Tschechien unterstützt im Rahmen des Klima-Energie-Pakets 2030 der EU das Ziel, die Treibhausgase um 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Seit Jahresbeginn 2014 werden neue Erneuerbare Energie-Anlagen, mit Ausnahme von kleinen Wasserkraftwerken, nicht mehr gefördert. Seitdem stagniert der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei rund 13%. Weiteres Potenzial wird von tschechischer Seite im Bereich der Biomasse und Wasserenergie gesehen.

Die enge und erfolgreiche deutsch-tschechische Umweltkooperation auf der Grundlage des Abkommens von 1996 konzentriert sich auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Naturschutz, bei Umweltverträglichkeitsprüfungen, Industrieunfällen, Luftreinhaltung und die Wasserwirtschaft. Auch mit den benachbarten Bundesländern Bayern und Sachsen arbeitet Tschechien in Umweltfragen eng zusammen. Im Rahmen des strategischen Dialogs unterzeichneten die Landwirtschaftsminister von Deutschland und Tschechien im Oktober 2016 die Prager Walderklärung über weitere Zusammenarbeit in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und biologische Vielfalt der Wälder.

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